690 Downloads, keine große Show
690 Podcast-Downloads seit Januar. Ein kleiner Meilenstein und eine ehrliche Zwischenbilanz zu unserem Gründer-Podcast.
690 Downloads seit Januar. Ehrlich gesagt: Damit habe ich am Anfang nicht gerechnet. Mit No Bullshit Founders wollten wir einfach das machen, was uns selbst gefehlt hat: ehrliche Einblicke in das, was beim Gründen wirklich passiert. Keine Hochglanz-Storys, keine Serien-Exit-Romantik, keine Gäste, die in einer Folge drei Unicorns gebaut haben wollen.
Das ist keine Zahl, mit der man in einer Podcast-Charts-Pressemitteilung aufschlägt. Für uns fühlt sie sich trotzdem groß an. Weil hinter jedem Download eine Person steckt, die sich unsere Gespräche freiwillig angehört hat, oft länger als vierzig Minuten, oft auf dem Weg zur Arbeit, oft zwischen zwei Meetings. Und weil wir beim Aufnehmen immer wieder Themen anfassen, bei denen LinkedIn eher wegschaut.
Warum wir ohne Script gestartet sind
Als wir im Januar angefangen haben, gab es keinen großen Plan. Kein Sponsoring, keine Verlagsanbindung, keine PR-Agentur. Wir hatten zwei Mikrofone, ein paar Themen und die Idee, dass es in Deutschland zu wenige Formate gibt, in denen zwei Gründer einfach reden, ohne dabei Rollen zu spielen. Kein „lieber Hörer, heute gehen wir gemeinsam der Frage nach“, sondern: „Hey, wir haben letzte Woche diesen Fehler gemacht, lass uns das mal auseinanderziehen.“
Wir haben in den ersten Folgen zum Beispiel über den AI Act gesprochen, über die Realität im deutschen E-Commerce, über das leise Sterben von Marken, die nie einen Content-Plan hatten, und darüber, wie schwer es ist, als Vater und Gründer gleichzeitig zuverlässig zu bleiben. Manche Folgen sind rund geworden, andere sind Gespräche, in denen wir uns selbst noch sortieren. Ich finde beides legitim.
Was ich aus 690 Downloads für mich mitnehme
Was mich überrascht hat: Die Menschen, die uns hören, melden sich. Nicht in Massen, aber konsequent. Sie schicken LinkedIn-DMs zu einzelnen Minuten, greifen ein Thema auf, widersprechen auch mal. Das ist eine andere Rückkopplung, als ich sie von Blog-Artikeln oder LinkedIn-Posts kenne. Stimme transportiert etwas, das Text nicht schafft, und der Podcast wirkt dadurch wie ein sehr ruhiger, sehr direkter Kanal zu Leuten, die sich gerade in ähnlichen Situationen befinden.
Zweitens: Ich merke, dass mich das Format selbst verändert. Wer einmal pro Woche seine Gedanken vor einem Mikro sortieren muss, wird präziser. Ich erwische mich dabei, dass ich in Kundengesprächen klarer formuliere, weil ich dieselben Sätze am Mittwoch beim Podcast nochmal durchdenken werde. Das ist ein Nebeneffekt, mit dem ich nicht gerechnet hatte.
Drittens: Nische schlägt Reichweite. Würde ich einen Podcast für alle machen, wäre ich in den Zahlen vermutlich weiter, aber inhaltlich austauschbar. Der Preis für die Nische ist, dass der Wachstumskurve nicht linear verläuft. Der Gewinn ist, dass die Hörer zählen.
Zwischen Podcast, OnlyOle und AI Act
Das Jahr hat für mich gerade mehrere parallele Baustellen. Ich habe OnlyOle als 1:1-Format gestartet, arbeite weiter in meiner Agentur an konkreten Projekten und habe mit dem Podcast ein neues Publikumsfenster. Das klingt viel, ist es auch. Aber die Themen greifen ineinander. Was wir im Podcast bereden, fließt zurück in die Agentur. Was ich in Kundengesprächen lerne, wird irgendwann Podcast-Stoff. Was ich mit OnlyOle-Kunden an einem Vormittag auflöse, taucht oft Wochen später als Folge wieder auf.
Ich nehme diesen Meilenstein also nicht als Marketing-Moment, sondern als Zwischenstopp. 690 Downloads sind kein Ziel, sondern ein Quittungsbeleg dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind, ohne dabei laut zu werden. Und wenn ich ehrlich bin, finde ich genau das ziemlich passend für einen Podcast, der „No Bullshit“ im Namen trägt.
Wer Lust hat, reinzuhören: Jede Woche eine neue Folge, meist unter einer Stunde, selten mit Gast, oft mit einem Thema, das woanders schöngeredet wird. Und wenn ihr irgendwann ein Feedback habt, das wehtut, noch besser. Genau dafür machen wir das.