Neujahrs-Vorsatz 2025: Mehr unternehmen, mehr erleben

Ich habe mir doch noch einen Vorsatz für 2025 gefasst: Mehr unternehmen, mehr erleben. Raus aus dem Alltagstrott, rein ins Leben.

Ich bin eigentlich kein Fan von Neujahrs-Vorsätzen. Sie scheitern zu schnell, sie fühlen sich zu pathetisch an, und sie entstehen meistens in einer Silvesternacht, die nicht gerade für klare Entscheidungen bekannt ist. Trotzdem habe ich mir für 2025 doch noch einen Vorsatz gefasst: Mehr unternehmen. Raus aus dem Alltagstrott, rein ins Leben.

Warum ich einen Vorsatz abgelegt habe, den ich sonst vermeide

Der Vorsatz ist bewusst doppeldeutig. „Mehr unternehmen“ meint für mich einerseits das Konkrete – mehr Ausflüge, mehr kleine Abenteuer, mehr Erlebnisse mit der Familie. Andererseits meint es auch unternehmerisch: mehr Dinge wagen, mehr Projekte anstoßen, mehr Neues versuchen, wo ich in den letzten Jahren etwas vorsichtiger geworden bin.

2024 war für mich ein sehr dichtes Jahr. Fachlich gut, menschlich fordernd. Vieles ist gelungen, manches war anstrengend. Am Ende stand ein Gefühl, das ich von früheren Jahren so nicht kannte: Ich habe vieles geschafft, aber wenige Dinge wirklich erlebt. Der Kalender war voll, das Leben dahinter etwas dünner. Das ist ein schmaler Grat, und ich will 2025 nicht auf derselben Seite stehen, auf der ich 2024 geendet habe.

Was „mehr unternehmen“ konkret heißt

Ich misstraue Vorsätzen, die nicht konkret werden. Deshalb habe ich mir in Ruhe überlegt, was ich tatsächlich ändern will. Es sind ein paar einfache Dinge.

Wochenende heißt Wochenende. Ein fester Tag pro Woche wird nicht mehr zum Arbeitstag, auch nicht heimlich, auch nicht nur kurz. Ich habe das in den letzten Jahren zu oft unterwandert, meistens aus ehrlicher Motivation, selten mit ehrlicher Bilanz.

Einmal im Monat einen Tag, der nur aus etwas Neuem besteht. Kein großes Budget, kein großes Programm, einfach einmal raus aus der Stadt, in eine Ecke, in der ich sonst nicht bin. Das ist leichter, als es klingt. Und es setzt erstaunlich viel frei, wenn ich es dann tatsächlich tue.

Mehr Zeit an der Mosel. Der Weinberg ist kein Hobby, das man nebenbei erledigt. Er braucht Zeit, und er gibt Zeit zurück, wenn man ihm welche gibt. 2024 war ich zu selten dort. 2025 soll das anders werden, auch wenn der Kalender dagegen protestiert. Er protestiert sowieso, egal was ich plane.

Der unternehmerische Teil

Der zweite Teil des Vorsatzes ist unternehmerisch, und er ist genauso konkret. Ich will 2025 Dinge ausprobieren, die ich sonst aus Sicherheitsdenken verschoben hätte. Das heißt nicht, dass ich das bestehende Geschäft weniger ernst nehme. Es heißt, dass ich das Verhältnis aus Sicherheit und Erkundung neu austariere.

Konkret: mehr eigene Inhalte, mehr eigene Formate, mehr direkter Austausch mit Menschen, denen ich bisher nur in Kundenkontexten begegnet wäre. Ich habe gemerkt, dass das, was ich in Kundenprojekten gelernt habe, für viele Menschen interessant ist, die nicht meine direkten Kunden sind. Das zu teilen, in einer Form, die zu mir passt, ist der kleine unternehmerische Vorsatz in diesem großen Wort „unternehmen“.

Ob daraus 2025 ein großes Projekt wird, weiß ich nicht. Ich glaube, der erste Schritt muss reichen. Vorsätze, die direkt zehn Kilometer lang sind, halten oft nur 300 Meter. Vorsätze, die ehrlich klein beginnen, halten dafür manchmal erstaunlich weit.

Was mich trotz Skepsis trotzdem motiviert

Ich bin, wie gesagt, kein Vorsatz-Romantiker. Trotzdem gibt es einen guten Grund, warum der Jahreswechsel so viele Menschen zu diesen Sätzen motiviert. Er ist eine willkürliche, aber geteilte Zäsur. Alle haben gleichzeitig das Gefühl, einen neuen Anlauf zu machen. Das ist psychologisch kein schlechter Hebel, auch wenn man rational sagen könnte, dass der 14. März genauso gut wäre.

Ich nutze diesen Hebel 2025 bewusst. Nicht, weil ich daran glaube, dass ein Datum etwas verändert. Sondern, weil ich weiß, dass kollektive Erzählungen Energie liefern. Und ein bisschen zusätzliche Energie kann ich zum Start eines vollen Jahres gut gebrauchen.

Fazit und kleine Einladung

„Mehr unternehmen, mehr erleben“ ist kein spektakulärer Vorsatz. Er steht im Raum wie ein schlichter Stuhl, auf den man sich jederzeit setzen kann, ohne ihn vorher zu bewundern. Mir gefällt das. Ich brauche 2025 keine Heldenreise. Ich brauche einen Jahresrhythmus, in dem Arbeit, Familie und kleine Erlebnisse eine vernünftige Balance finden.

Wer sich in dem Satz wiederfindet: Nimm ihn gerne mit. Keine Pflicht, keine Überschrift. Einfach ein Kompass. Wir sehen am Jahresende, wo er uns hingeführt hat. Für mich reicht das. Und ich glaube, das reicht für die meisten.